News > Erwachsenenbildung: Zehn Jahre Weiterbildungsakademie Österreich. Tagung mit Bildungsministerin Hammerschmid

am 27.11.2017
"Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens zog die Weiterbildungsakademie Österreich, wba, am 23. November in der Wiener Urania eine positive Zwischenbilanz. Bildungsministerin Dr. Sonja Hammerschmid und rund 150 nationale und internationale Vertreter/innen der Erwachsenenbildung diskutierten über die Anerkennung von Kompetenzen von Erwachsenenbildner/innen und die damit verbundenen Chancen für den Arbeitsmarkt. www.wba.or.at

„Die wba leistet durch ihr Anerkennungssystem von formal, nicht-formal und informell erworbenen Kompetenzen nicht nur einen ganz wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung der Erwachsenenbildung in Österreich, sondern dient auch international als Vorbild bei Validierungsbestrebungen“, würdigte Bildungsministerin Dr. Sonja Hammerschmid die Initiative, die 2007 von zehn führenden Erwachsenenbildungsverbänden Österreichs und dem Bundesinstitut für Erwachsenenbildung, bifeb, gegründet wurde. Bislang weist die wba über 2.370 Kandidat/innen auf und konnte 1.100 Zertifikate sowie 230 Diplome für Erwachsenenbildner/innen vergeben.

Heute gilt die wba als europäisches Best-Practice-Modell zur Professionalisierung der Erwachsenenbildung und Weiterbildung. Für Dr. Michael Sturm, Geschäftsführer des BFI Österreich und Vorsitzender des Kooperativen Systems der österreichischen Erwachsenenbildung, das Trägerin der Weiterbildungsakademie ist, sind zwei Faktoren für den Erfolg ausschlaggebend: „Zum einen sind die Qualifikationsprofile gemeinsam von den Branchenvertreter/innen entwickelt und als Standard definiert worden, zum anderen werden die Verfahren zur Anerkennung der Kompetenzen in Hinblick auf sich ändernde berufliche Anforderungen regelmäßig überarbeitet und unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt“. Ohne selbst Bildungsanbieter zu sein, bietet die wba Erwachsenenbildner/innen ein umfassendes Anerkennungsverfahren an, das ermöglicht, bereits vorhandene und auf vielfältige Weise erworbene Kompetenzen sichtbar und für den Arbeitsmarkt verwertbar zu machen. Die Kompetenzen werden auf Grundlage eines Portfolios überprüft und ermöglichen einen europaweit anerkannten Abschluss.

Kompetenz braucht Anerkennung – mehr denn je
„Eine Wissensgesellschaft kann es sich nicht leisten, außerhalb der Bildungsinstitutionen erworbene Kompetenzen einfach links liegen zu lassen“, betont Mag. Karin Reisinger, Leiterin der wba-Geschäftsstelle. „Menschen lernen überall – nicht nur in Schulen, Universitäten und Weiterbildungseinrichtungen. Wünschenswert ist, dass in Zukunft Abschlüssen aus Validierungsverfahren dasselbe Vertrauen entgegengebracht wird wie traditionellen Abschlüssen“, so die Expertin.

Tagungshighlights
Die Keynote der gutbesuchten Tagung hielt die Schweizer Expertin für Lebenslanges Lernen, Univ.-Prof. Dr. Katrin Kraus, Pädagogische Hochschule – FH Nordwestschweiz. Sie erläuterte die Theorie und Praxis der Validierung aus Schweizer Perspektive. Auch hier gibt es ein ähnliches Verfahren für Erwachsenenbildner/innen, auch hier fußt die Anerkennungspraxis auf der Definition von nötigen „Kompetenzen“.

Eine große Chance kann Kompetenzanerkennung im Umgang mit Migration sein. Nermina Imamovic, MA, von migrare – Zentrum für MigrantInnen OÖ dazu: „Die Anerkennung mitgebrachter Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen ist ein Baustein mehrdimensionaler Integration für Migrant/innen und Flüchtlinge.“ Auch Kandidat/innen der wba kamen zu Wort: „Erstmals wurden meine Kompetenzen offiziell anerkannt, die ich informell bereits hatte, und das bedeutet mir viel“, resümierte wba-Absolventin und Trainerin Elfriede Hofmayer.Weiters auf dem Tagungsprogramm: Univ.-Prof. Dr. Elke Gruber, Karl-Franzens-Universität Graz, Dr. Peter Schlögl, Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung und Universität Klagenfurt, Mag. Petra Draxl, Geschäftsführerin des Arbeitsmarktservice Wien.

Fazit der abschließenden Diskussion mit Expert/innen und wba-Absolvent/innen: Kompetenzanerkennung ist – aus welchem Blickwinkel auch immer betrachtet – ein wichtiges Zukunftsthema!"

http://www.wba.or.at
Quelle: Presseinformation, 23. November 2017



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